Gastbeitrag von Anette Weiß

Geschäftsführerin, Honorarberaterin, Geldlehrerin

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Pro Brexit: Anette Weiß

Anette Weiß

Geldlehrerin und Brexit-Kommentatorin

They do it.

Liebe Europäer,

ich hatte gehofft – eigentlich sogar damit gerechnet – dass die Engländer knapp, aber sicher, in der EWG bleiben würden.
Nun eben treten sie knapp, aber sicher, aus.

Die Börsen haben gestern erwartungsgemäß sehr heftig reagiert, schon vor Börsenbeginn hat der DAX über 10% nachgegeben und startete mit 9220 Punkten in einen sehr aufregenden Tag.
Cameron ist erwartungsgemäß zurückgetreten, das Pfund ist stark gefallen (hier ist das Ende der Fahnenstange noch nicht mal ansatzweise in Sicht) – und ich bin sehr gespannt, welche der weiteren Entwicklungen, die in diesem gut vorgedachten Zeit-Artikel voraussinniert wurden, noch eintreten werden.

Für die Wirtschaftsvereinigung und den europäischen Gedanken insgesamt ist es sicher ein schwarzer Tag –  ich habe mir allerdings überlegt, dass dieses knappe Ergebnis
für England und den Bürgerfrieden eigentlich das bessere Ergebnis ist.

Wenn man sich anschaut, aus welchen Gründen und von welchen Sichtweisen aus die Gegner die EU verlassen wollen, so ist (für mich) eines klar:
Es sind nicht die Finanzgebildeten, die Übersichts-Denkenden, die Sinn-Wirtschaftenden, die Innovativen und Lösungsorientierten, die zurück zu alten Ufern wollen.
Es sind die Emotionalen, die Egozentrierten, die Kurz-Denkenden – die, die sich schon lange verraten und verkauft fühlten.

Was wäre geschehen, wenn diese Hälfte der Bevölkerung sich schon wieder überstimmt, schon wieder ohnmächtig ausgeliefert hätte fühlen müssen?
Hätten sie ihre Bedenken über Bord geworfen und sich dem demokratischen Ergebnis gebeugt? Zukünftig motiviert mitgearbeitet? Wären sie in der Lage gewesen, doch noch das Positive im Negativen zu erkennen und vielleicht langfristig den Standpunkt zu wechseln?
Ich glaube, nein.

Darum glaube ich, dass es tatsächlich besser so ist, wie es ist.
Die Innovativen, die Lösungsorientierten finden sich in jeder Situation zurecht – sie werden versuchen, zu retten, was zu retten ist.
Sie werden sich nicht in ihrer Wut über ein ihnen unpassendes Ergebnis verlieren, sie werden keine Autos anzünden und trotzig das Engagement verweigern.
Sie werden an einem neuen England bauen.

Fällt Europa nun auseinander?

Ich glaube nicht. Das hier war der Weckruf, den Europa brauchte:
Vielleicht wird vielen Verantwortlichen nun klar(er), dass es hier um die Bevölkerung – um Menschen – geht – nicht nur um Geld, Bestimmungen und Reglements.
Menschen wollen sich zugehörig, gesehen und frei fühlen, wenn sie irgendwo engagiert mitarbeiten sollen – sie können nicht zu Hause sein, wo sie nur genormt, in Regeln gepresst und verwaltet werden.

Es bleibt also die Hoffnung, dass, obwohl die EU nun ein Exempel statuieren muss (sonst macht sie sich erpressbar und schwach) und der Austritt für England hart und schmerzhaft werden wird – sich etwas ändert. Vielleicht begrüssen wir bald Schottland als eigenständiges EU-Mitglied, vielleicht tritt das neue England in 10 Jahren nochmal mit einer Zustimmung von 80% und unter ganz neuen Voraussetzungen bei?
Wie es auch kommt – wir leben in sehr aufregenden Zeiten. Seien wir dankbar dafür.

Noch ein Wort zu Geldanlagen und Fonds

Wer strategisch sein Geld anlegt und Vermögensaufbau betreibt, hatte gestern tatsächlich weniger zu leiden als ich erwartet hatte:
„Meine“ (also die betreuten) Kundendepots haben gestern nur bis zu 1,8% abgegeben – die sehr konservativ Ausgerichteten haben sogar bis zu 0,8% gewonnen.
Es zeigt sich mal wieder:
Der Grat zwischen Spekulation und Geldanlage mag zwar für viele sehr schmal erscheinen – ist aber nicht nur für das Überstehen von Extremsituationen entscheidend.
In den nächsten Wochen werden sich gute Einstiegskurse bieten und es wird in vielen Fällen notwendig sein, die grundsätzliche Positionierung und Produktauswahl (was passiert eigentlich mit den in Irland aufgelegten Fonds und ETFs?) zu überdenken. Ich bleibe dran.

Wenn man nicht drüber weinen kann, hilft nur noch Lachen:
Sarkasmus gefällig?

Das Facebook-Machwerk hier ist zu böse, als dass ich es Euch vorenthalten möchte.
Selbstverständlich ist es eine unzulässige Verkettung politisch unkorrekter Statements,
aber vielleicht könnt Ihr ja auch über solcherart Galgenhumor lachen:

The Day after:
Grossbritannien rüstet seine Flotte auf, um wieder grösste Seemacht der Erde zu werden.
Man erwägt neue Kolonien in Arabien zu erschliessen, da gibt es zur Zeit ein paar vakante Länder.
Wenn sie dann ihre Jobs alle wieder aus China zurückgeholt und halb London von den Arabern, Russen und Chinesen zurückgekauft haben,
wird William zum König gekrönt und die Queen zieht in den Vatikan zu Ratzinger und geniesst ihre Rente.
Endlich muss England nichts mehr in die EU einzahlen und kann das Geld jetzt sinnvoll ausgeben, um damit die marode Industrie zu subventionieren.
Ziel: in 10 Jahren ist England wieder der grösste Tuchproduztent der Welt.
Eine Piratenflotte sorgt im Auftrag der Krone dafür, dass die Handelswege der Welt regelmässig bereinigt werden, damit alle was in England kaufen müssen
– das hat im 16. Jahrhundert auch super funktioniert.
Eventuell sollte auch eine British Somalia Kolonie erwogen werden, damit man sich an der somalischen Küste mit den Piratenschiffen verstecken kann.
Menschen werden wieder per Gesetz zu Human Resources, die Wiedereinführung der 60 Stundenwoche ohne Lohnausgleich kommt sicher.
Jeder Brexit-Befürworter hat dafür Anspruch auf ein Arbeiterhäuschen mit 45 m2 in Fußnähe zur Fabrik, in der er arbeitet.
Das Rauchverbot in Pubs wird aufgehoben.
Der Lohn wird wieder Freitags in bar ausgezahlt.
Alle Briten bekommen kostenlos eine 100 Watt Glühbirne als Zeichen der Rebellion.
Sämtliche Umweltschutzmassnahmen werden zurückgenommen, eine Industrie kann nur dann sinnvoll produzieren,
wenn sie kein unnötiges Geld für Innovationen ausgeben muss.
Die alten Betriebsstätten und Kulturdenkmäler aus der Zeit der industriellen Revolution werden wieder hochgefahren:
Arbeiten können dort die Sozialschmarotzer und andersfarbigen Immigranten. Ging ja früher auch.

God save the Queen!

Bleibt gesund und genießt das Stückchen Sommer!

Anette

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